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  • Banshee - Staffel 1 (Neue Serie)

    15 Jahre ins Gefängnis zu gehen, damit die wichtigste Frau in deinem Leben samt den gestohlenen Diamanten flüchten kann, dass ist wahre Liebe. Wenn man genau diese Dame dann kurz nach der Entlassung in ihrem Versteck in der Kleinstadt Banshee wieder findet, sollte die Freude eigentlich unbeschreiblich groß sein. Blöd ist dabei nur, dass sie nun einen anderen Namen hat, verheiratet ist und zwei Kinder hat.

    Der darauf folgende, dringend nötige Drink in der örtlichen Bar bietet jedoch unerwartet die Möglichkeit, doch in ihrer Nähe zu bleiben, um zumindest noch an den eigenen Anteil der Beute zu kommen. Der neue Sheriff der Stadt, den noch niemand je gesehen hat, wird bei einer Schießerei in genau derselben Bar erschossen. Schnell den Hackerfreund kontaktieren und schon heißt man ab nun Lucas Hood, Sheriff von Banshee. Das Chaos kann somit beginnen.

    Banshee

    "Banshee" ist die neueste Originalserie des amerikanischen Senders Cinemax (Hunted) und bescherte ihnen die bis dato besten Quoten für eine selbstproduzierte Serie. Wie bereits bei einer anderen Serie des Senders, nämlich "Strike Back", geht die Handlung hier klar erwachsene Wege. Überhaupt habe ich selten eine Action-Serie (was sie im Kern wohl auch ist, obwohl die Sache hier um einiges komplexer ist) gesehen, die so klar für Erwachsene gedreht wurde. Weg vom auch bei uns weit verbreiteten Weichspüler PG 13 Mist aus Amerika, gut find ich das, weiter so!

    Schon alleine die Ausgangslage ist spannend und regt irgendwie auf eine ironische Art und Weise zum Schmunzeln an: ein Dieb/Gangster, der sich als Sheriff ausgibt und so in einer an sich ruhigen Kleinstadt, mit seinem "Oldschool - Dirty Harry" Auftreten, für einigen Wirbel sorgt. Als potentiellen Gegner bzw. Verbündeten zieht der Unternehmer Kai Proctor in Banshee so ziemlich alle Fäden, wenn es um krumme Geschäfte geht. Ärger macht auch der dienstälteste Deputy, der eigentlich Sheriff hätte werden sollen und Hoods Methoden nicht dulden kann.

    Die Herzensdame des Antihelden hat inzwischen nicht nur mit der pubertierenden Tochter, dem kranken Sohn und den Geheimnissen vor ihrem Mann zu tun, sondern kämpft auch mit den wieder aufflackernden, längst vergessen geglaubten Gefühlen für den neuen Sheriff. Die wahre Gefahr kommt jedoch von Gangsterboss Mr. Rabbit, der seit 15 Jahren seine Diamanten zurück möchte und vor allem eines will: Rache, die von der extrem blutig und schmerzvollen Art.

    Was "Cinemax" wirklich gut kann, ist toll gefilmte und dynamisch aussehende Actionsequenzen zu drehen. Was sie jedoch auch gerne haben, sind manchmal auch etwas ausgedehnte Sexszenen, in so gut wie jeder Folge. Warum mich dass hier weniger stört? Nun, dieses Szenen machen die Verhältnisse zwischen den Personen meistens noch komplizierter, bringen die Entwicklung der Leute voran und nicht selten lernt man sogar während dem Sex einiges über den Charakter der Beteiligten.

    Was auch ein fester Bestandteil der Grundatmosphäre ist, ist die ständig in der Luft spürbare Anspannung, die nicht selten zu plötzlichen und brutalen Gewaltausbrüchen führt. Ohne Schonfilter aber auch ohne Hang zum Voyeurismus wird hier einiges gezeigt, was zwar immer zur Handlung passt, was das Erlebnis aber nicht weniger ungemütlich macht (eher im Gegenteil). Farblich gefallen mir vor allem die Rückblicke in die schönen Zeiten von früher und die dazu in starkem Kontrast stehenden Erinnerungen an die Gefängniszeit.

    Trotz der Tatsache, dass dies eine Serie ist, die eine unglaublich große Anzahl an interessanten Figuren hat, ist der Mittelpunkt in diesem Chaos klar Lucas Hood. Der Neuseeländer Antony Starr, der mir zuvor nicht bekannt war, kann hier groß aufspielen. Vor allem den Wechsel von völlig furchtlos zu ohnmächtig verzweifelt, den bekommt er wirklich überzeugend hin. Man mag ihn einfach, fühlt mit ihm, der Kerl ist einfach cool und bekommt trotzdem ständig sein Gesicht demoliert. In Folge 6 der Serie sieht man, wie er (aus emotionaler Sicht) seine Unschuld im Gefängnis verliert, ein echtes Erlebnis, brutal auf mehreren Ebenen und der Albino-Typ ist seitdem einer meiner unangenehmsten Lieblingsbösewichte.

    Ivana Milicevic ist Carrie bzw. Anastasia und obwohl oder gerade weil sie körperlich und seelisch öfters auch einen Striptease hinlegt, hat man ihr gegenüber eher ambivalente Gefühle. Sie will ihre Kinder schützen, das ist klar. Mit welchen Mitteln und wer dafür leiden muss, das ist aber eine Sache, die sie nicht immer sympathisch erscheinen lässt. Es gibt bei all den tollen Figuren echt keinen Darsteller, der seine Rolle nicht mit Leben füllen kann, alle kann ich zwar nicht nennen, ein paar müssen aber noch sein.

    Hoon Lee ist Job, der Hackerfreund des Helden und der ist die schlagfertigste Tunte, die ich jemals gesehen habe. Den größten Anteil Humor aller Beteiligten bringt somit klar er ins Spiel. Er im Gespräch mit Frankie Faison, dem väterlichen Freund von Hood, da hört man einfach gerne zu. Ulrich Thomsen, verstossen von seiner gläubigen Familie, als einerseits völlig kontrollierter, andererseits manchmal gänzlich ausflippender Bösewicht Kai Proctor, ist ebenso einer der Highlights der Serie. Und Ben Cross als Mr. Rabbit ist einfach nur furchteinflössend, zwar weniger vielseitig in der Funktion als Antagonist als Proctor, jedoch nicht weniger beeindruckend.

    Im Finale der zehn Folgen umfassenden ersten Staffel kracht es dann nochmal so richtig (sogar die Sexszene fehlt, ich wusste die können auch ohne) und ich muss schon sagen, selten war das Finale einer Serie so befriedigend, obwohl schon einiges an Handlung für die bereits genehmigte Staffel 2 angedeutet wird. Keiner der Beteiligten hat sich nach der Staffel nicht weiterentwickelt, niemand ist unbeschädigt davongekommen. Wenn man sich darauf einlässt, dann ist "Banshee" ein echtes Triperlebnis. Action, Humor, Sex, Gewalt, zahlreiche liebenswerte und ein paar hassenswerte Charaktere, Gefühlschaos bei den Beteiligten und dem Zuseher, ich war mit dem Gesamtpaket äußerst zufrieden.

    "Banshee" bekommt von mir 9/10 den Dieb in uns Sheriff spielen lassende Empfehlungspunkte.

  • Injustice: Götter unter uns (Game-Review)

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    Wer so umfangreiche Vorschuss-Lorbeeren bekommt wie das neue „Injustice: Götter unter uns“, müsste es eigentlich schwer haben, sie sich dann auch wirklich Stück für Stück, also Spielminute für Spielminute, zu verdienen. Das glatte Gegenteil ist der Fall. „Injustice“ ist ein extrem unterhaltsames und detailreiches Knaller-Kampfspiel geworden, dem es gelingt, den hohen (und mitunter auch ein wenig abartigen) Spaßfaktor der „Mortal Kombat“-Reihe weiter zu entwickeln, ohne dabei selbst zur Parodie zu verkommen.

    12 „gute“ und 12 „böse“ Vertreter des Superhelden-Universums von DC sind versammelt, und sie alle tragen ihren Teil zum Plot des Story Modus bei. Dass es den Autoren gelungen ist, angesichts dermaßen zahlreicher Handlungsträger überhaupt eine halbwegs sinnvolle Geschichte zu konstruieren, ist für sich genommen schon eine Leistung. Wer sich allerdings in der Welt der Comics von DC etwas besser auskennt, weiß die Handlung noch um vieles mehr zu schätzen. Denn nicht selten beziehen sich die einzelnen Figuren in ihren Absichten und Statements auf Geschehnisse, die über den Plot von „Injustice“ hinausgehen.

    Zusätzlich zu den spielbaren Figuren sind ca. 30 weitere an Bord, deren Aufgabe mehr oder weniger „nur“ darin besteht, das Gesamtgeschehen noch reichhaltiger zu machen. Wäre „Injustice“ ein Film, so würde man wohl von „Cameo-Auftritten“ sprechen. Insgesamt darf das Entwicklerhaus Netherrealm für sich in Anspruch nehmen, dem Flair und den Bedingtheiten des DC-Universums weitgehend gerecht geworden zu sein. Nur wenige DC-Fans dürften am Spiel etwas auszusetzen haben – und wenn, dann höchstens, dass ihre Lieblingsfigur(en) keinen oder zu wenig Raum bekommen haben.

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    Das Gameplay stellt zunächst einmal sicher, dass „Injustice“ sich für ein breites Spektrum an Spielern eignet, allen voran, was den Schwierigkeitsgrad angeht. Einerseits können Anfänger gar auf einen „Very Easy“-Modus zurückgehen. Andererseits gehen die Angriffe in „Injustice“ generell um vieles leichter von der Hand als etwa bei Capcom’s „Street Fighter“-Serie. Spaß vor Virtuosität: Dieses Credo scheinen sich die Entwickler auf die Fahnen geheftet zu haben, und das ist ganz in unserem Sinne.

    Die Spielmechanik führt Altbewährtes auf gelungene Weise weiter. So ist es in „Injustice“ möglich, nicht nur Special Moves einzusetzen, sondern den Gegner sogar in eine andere Kampfarena zu schleudern oder auf anderem Weg Elemente der Kampfumgebung zweckzuentfremden. Dass jede Figur ihre eigenen Fähigkeiten mitbringt, hält das Spiel über einen langen Zeitraum hinweg interessant. Gleichzeitig ist das spieltechnische Fundament außerordentlich solid und ausgefuchst; die Umsetzung der Energie- und Angriffs-Meter ist die beste, die wir je in einem Kampfspiel gesehen haben.

    An der Grafik gibt es nicht zu meckern. Auf unserer Test-Konsole (xBox 360) macht „Injustice“ mehr als deutlich, dass die Techniken zur Ausreizung des Potenzials der aktuellen Konsolengeneration mittlerweile wohlbekannt sind. Viel besser als „Injustice“ kann ein Kampfspiel nicht aussehen, die bewegten Hintergründe in den Arenen etwa zeigen das sehr gut. Auch der Sound, vor allem die wichtigen Soundeffekte, fügen sich perfekt ins Bild. Ganz so brutal wie „Mortal Kombat“ klingt es zwar nicht, aber das war Absicht. Dafür ist „Injustice“ auch bereits für Gamer ab 16 Jahren zu haben.

    „Injustice“ weiß genau, was es sein will, und lässt manch anderes Kampfspíel als langweilig erscheinen. Der hohe Spaßfaktor und der einnehmende Plot verhelfen dem Titel zu einer hohen Wertung: Wir vergeben 9,0 von 10 Punkten!

  • Chris Ryans Strike Back (Neue Serie)

    Bei einem Einsatz im Irak im Jahre 2003 verliert John Porter (Richard Armitage) zwei von seinen Männern und ein dritter landet im Koma, anscheinend weil Porter einen dreizehn jährigen Jungen aus den feindlichen Reihen nicht getötet hat, als er die Chance dazu hatte.

    Sieben Jahre später will der mittlerweile als Wachmann arbeitende Porter unbedingt wieder reaktiviert werden. Er will Sektion 20, eine Spezialabteilung des britischen Geheimdienstes MI6 unterstützen, da er bei deren aktueller Mission eine Verbindung zu seinem traumatischen letzten Einsatz sieht. Da Sektion 20 Chef Hugh Collinson (Andrew Lincoln) damals im Irak auch dabei war, bekommt er seine Chance.

    Chris Ryans Strike Back

    „Strike Back“ ist eine britische Actionserie mit militärischem Hintergrund, die auf dem Roman des füheren Special Air Service (SAS) Soldaten Chris Ryan basiert. Die erste Staffel besteht aus sechs Folgen, die man auf Grund der je eine Doppelfolge umspannenden Handlung, ruhig als drei kleine Filme bezeichnen könnte.

    Im Mittelpunkt der Handlung steht John Porter. Die Schuld an dem Tod von zwei Kameraden nagt an ihm. Seine Frau enfernt sich langsam aber sicher immer mehr von ihm, seine Tochter im Teenager Alter ist trotzig und tut so, als wolle sie nichts mehr von ihm wissen. Alkohol, Einsamkeit, still dahinleiden lautet die Devise.

    1.01-1.02: IRAK
    Ein bekanntes Gesicht reisst Porter aus seinem lethargischen Dasein. Der Junge von früher, den er Leben ließ, der seine Kameraden tötete, er soll beteiligt an der Entführung einer Journalistin (Orly Brady) sein. Zunächst ist Porter auf Grund seiner Theorien und seiner Beziehung zum Sektion 20 Boss zwar an der Mission beteiligt, wird aber nicht ernst genommen.

    Am Ende ist es aber dann genau er, der die heikle Mission doch noch zu einem guten Ende bringt und dabei starke Zweifel bekommt, ob er wirklich Schuld daran hat, dass seine Leute damals nicht überlebten. Porter ist rehabilitiert und tritt schließlich dem MI6 genauer gesagt Sektion 20 bei.

    1.03-1.04: ZIMBABWE
    Ein Scharfschütze (Shaun Parkes) versucht den Präsidenten von Zimbabwe zu erschiessen und wird dabei gefasst. Da es Beweise gibt, dass der Schütze ein Brite sein soll, wird Porter undercover in das Gefängnis eingeschleust, um den Kerl zum Schweigen zu bringen.

    Besonders schön zu sehen, dass Porters sehr individuelle Art Aufträge zu lösen, sich seit Irak nicht geändert hat. Er hinterfragt die Dinge, es gibt nie nur schwarz und weiß und auch wenn er im Gefecht eine unglaublich effektive Killermaschine ist, agiert er immer zum Wohl von Anderen oder um selber am Leben zu bleiben.

    1.05-1.06: AFGHANISTAN
    Ein Hacker (Ewen Bremner) hat eine Möglichkeit gefunden, britische Raketencodes zu knacken und lenkt sie so immer wieder in amerikanische Truppen um. Porter versucht sich mit der Identität eines Waffendealers, in die Organisation einzuschleusen, um an die Hintermänner heranzukommen.

    Eine skurrile „Bromance“ bahnt sich hier an, nur damit dem Zuschauer nach dem Spaß gleich wieder das Lachen im Hals stecken bleibt. Oberflächlich regiert hier neben der Action klar der Humor, was nicht über die tiefe Trauer der beiden Hauptfiguren hinwegtäuschen kann. Am Ende wird es dann noch richtig dramatisch, wenn Porter endlich die Wahrheit hinter den Ereignissen im Irak erfährt.

    Coole Actionszenen (angenehm unamerikanisch), markante Typen, fiese Bösewichte, resolute Damen und exotische Schauplätze, hier kann man wirklich leicht in eine andere Welt eintauchen. Held und Schurke ist hier oft ein und dieselbe Person, jeder hat seine Vorstellungen und Beweggründe, keiner ist einfach nur böse. Dass dadurch die Spannung steigt und trotzdem nicht gerade selten Gewalt als letzte Lösung bleibt, ist dabei fast schon wieder ironisch.

    Neben Richard Armitage (Der Hobbit) als gebeutelter Held, überzeugt vor allem der nie ganz durchschaubare Andrew Lincoln als Sektion 20 Chef, der ja mittlerweile in „The Walking Dead“ der Held seiner eigenen Serie geworden ist. In Neben- und Gastrollen bekommt man einige aus mehreren Serien bekannte Gesichter zu sehen, alle zu nennen würde den Rahmen hier sprengen, doch wirklich keiner ist hier nicht mit vollem Einsatz bei der Sache.

    Eine rundum gelungene Serie, mit komplexen Handlungssträngen, der ab der zweiten Staffel ein paar gewaltige Veränderungen (vor allem was die Darsteller betrifft) ins Haus stehen. Aber dazu bald mehr in „Strike Back: Project Dawn“.

    Chris Ryans Strike Back bekommt von mir 8/10 mitreissend ambivalente Empfehlungspunkte.

  • Welcome to the Punch (Filmkritik)

    Da sein Sohn angeschossen wird und schwer verletzt im Krankenhaus landet, unterbricht der Exganove Jacob Sternwood (Mark Strong) seinen selbstgewählten Ruhestand und kehrt in seine Heimat London zurück. Dies ruft sofort den Polizisten Max Lewinsky (James McAvoy) auf den Plan, der vor Jahren bereits mit fanatischer Besessenheit Jagd auf Sternwood gemacht hatte und dies mit einer hässlichen Schussverletzung bezahlen musste.

    Während sich die beiden Kontrahenten ein Katz und Maus Spiel liefern wird den zwei Männern schnell klar, dass hinter den aktuellen Ereignissen eine viel weitreichendere Verschwörung steckt, in die auch Männer aus Max Einheit verwickelt sind. Um die Sache aufklären zu können, muss sich Max wohl oder übel mit dem Mann verbünden, den niemand jemals als seinen Partner vermuten würde. Jacob und Max bilden daher ein effizientes Team auf Zeit und auch wenn sie sich gegenseitig nicht trauen können, die Gefahr für ihre Gegner ist noch weit größer.

    Welcome to the Punch

    Nach "Shifty" aus dem Jahre 2008, ist dies erst der zweite Film von Erna Creevy. Es ist ja ein gar nicht so selten anzutreffendes Phänomen, dass erfahrene Stars oft auch neuen, jungen Regisseuren eine Chance geben wollen und in deren Projekten mitwirken. Gut so, die frische Energie bei der Regie trifft so auf die innere Ruhe der routinierten Darsteller. Dass englische Gangsterfilme meistens ein gewisses Niveau erreichen und ihre Fans gekonnt immer wieder mit neuem Futter versorgen, ist ja spätestens seit den früheren Guy Ritchie Filmen (RocknRolla) auch bei uns bekannt.

    Die großen Stärken von diesem "Punch" liegen, neben den großartigen Schauspielern, vor allem in der Optik bzw. in der Art wie gefilmt wurde. Der gesamte Film ist einfach wunderbar anzusehen, alles wirkt gestochen scharf, düster, dynamisch und mit diesem grünlich-blauen Farbfilter versehen, der dieses spezielle "hier befindest du dich in einer ganz eigenen Welt"- Feeling gekonnt vermittelt. Hin und wieder schnellere Schnitte, verlangsamte Sequenzen und kreative Kameraeinstellungen lockern dabei zusätzlich das Geschehen auf.

    Man hat als Zuschauer zwar ständig das Gefühl, dass etwas los ist, die Action an sich ist aber weit weniger dominant, als man erwarten hätte können. Wenn dann aber geschossen wird, dann fliegen die Fetzen, Mauern werden durchlöchert und das Blut spritzt. Dabei verliert man nie die Übersicht und die pushende Musik sorgt zusätzlich für Spannung, an der es den gesamten Film über aber sowieso keineswegs mangelt. Technisch kann ich daher nicht wirklich etwas aussetzen an diesem Abenteuer.

    Extrem stark finde ich auch James McAvoy (X-Men: First Class), der innerlich getrieben, manisch, voller Zweifel und Selbsthass schon längst seine Hoffnung auf inneren Frieden aufgegeben hat und in seinen Szenen herrlich ambivalent wirkt: man weiß einfach nie, ob er nun souverän alle beseitigt oder doch wieder mal zerknirscht am Boden landet. Mark Strong ist privat ja sicherlich ein ganz lieber Kerl, in seinen Filmen aber scheint er abonniert zu sein auf fiese Bösewichte (siehe "Kick Ass", "Sherlock Holmes", "John Carter" oder "Robin Hood"). Hier kann er erfreulicherweise auch seine menschliche Seite zeigen, ist nicht der eindeutige Feind des Helden, sondern ergänzt diesen sogar ziemlich gekonnt als ruhiger, überlegter Gegenpart.

    David Morrissey (Blitz) mimt den Boss der Polizeieinheit und wie so oft weiß man nie genau, woran man bei ihm eigentlich ist. Andrea Riseborough (demnächst neben Tom Cruise in "Oblivion" zu sehen) spielt McAvoys Partnerin, die nicht auf den Mund gefallen ist und die man auf Grund ihrer gesamten Art einfach schnell ins Herz geschlossen hat. Es gibt hier noch einige Andere, die man durchaus erwähnen könnte (da durchgehend alle stark spielen), die oben genannten sind mir aber am Meisten im Gedächtnis geblieben.

    Diese ganzen positiven Aspekte können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich am Ende des Filmes etwas veräppelt vorkommt. Was, das soll es jetzt gewesen sein? Wo ist der Rest des Filmes? Ja, schöner erster Teil, aber wo sind die weiteren Beiträge der Trilogie? Ich habe ja nicht grundsätzlich was gegen Enden, die sich wie Anfänge anfühlen, aber einen gewissen Abschluss bzw. eine befriedigende Auflösung brauche ich als Zuschauer doch. Hinzu kommen ein paar seltsame Entscheidungen, was das Tragen von Dienstwaffen angeht, was zu einem für mich unnötigen Mord führt, auch wenn ich verstehe, dass genau dieser die Handlung weiter vorantreiben soll.

    Daher ist dieser Film am Ende leider nur gutes Mittelmaß und nicht der große Wurf geworden, der streckenweise durchaus möglich gewesen wäre. Schlecht ist aber sicherlich ganz was anderes und Fans von englischen Actionkrimis und Freunde von McAvoy und Strong, sind hier sowieso genau an der richtigen Adresse. Mein Fazit daher: Super inszeniert, toll gespielt, storymäßig ein paar Sachen in den Sand gesetzt, also zuviel aufgebaut und zu wenig aufgelöst.

    "Welcome to the Punch" bekommt von mir 7/10 die Wut aufeinander hinter den gemeinsamen Kampf gegen ein größeres Übel stellende Empfehlungspunkte.

  • Inescapable - Entführt in Damaskus (Filmkritik)

    Adib Abdel Kareem (Alexander Siddig) arbeitet in einer Bank in Toronto und kümmert sich dort um die Computertransaktionen. Er ist glücklich verheiratet und hat zwei wunderbare Töchter. Als jedoch eines Tages seine ältere Tochter Muna mehr über die Vergangenheit ihres Vaters herausfinden möchte und dafür heimlich nach Damaskus reist, wird sie entführt und um sie zu retten, muss sich Adib nun endgültig längst vergessen geglaubten Dämonen stellen.

    Inescapable - Entführt in Damaskus

    Die Kanadierin Ruba Nadda, die syrisch-palästinensische Eltern hat, ist bekannt für Filme, die ihren Schwerpunkt rund um das Thema Islam haben und/oder von Liebesgeschichten zwischen Moslems und anderen Völkern handeln. Einen gewissen Anspruch hat die Dame also, auf keinen Fall will sie scheinbar reine Unterhaltungsfilme abliefern. Wer also auf Grund der Story erwartet, hier eine "Taken"-Kopie nur eben ohne Liam Neeson präsentiert zu bekommen, der wird nicht bekommen, was er gerne hätte.

    Viel mehr ist dies ein Drama geworden, aufgelockert durch einige wenige Actionsequenzen. Dass genau dies dem Film zum Verhängnis wird, ist dabei fast schon ironisch. Ein Spaßfilm will er nicht sein, ist er auch klar erkennbar nicht. Für einen ernsthaften Film, der einen wahren Konflikt (in Syrien Anfang 2011) aufzeigen will bzw. zum Nachdenken auffordern soll, bleiben die Figuren aber viel zu blass und die Informationen rund um die Hintergründe, sind so gut wie nicht vorhanden.

    Sehe ich für einen Moment mal über die Rahmenhandlung hinweg, dann gibt es ja immer noch die innere Zerrissenheit unseres Antihelden, die für große Emotionen sorgen soll. Unschuldig beschuldigt werden als Spion, die große Liebe aufgeben um sie zu schützen, das eigene Land für immer verlassen, das sind zwar keine neuen Themen, können jedoch durchaus immer wieder funktionieren. Leider springt aber auch hier nie der Funke über, die einzig spürbar echte Emotion in diesem Film, ist die Liebe eines Vaters zu seiner Tochter und die Trauer einer verlassenen Liebenden. Den Rest der gezeigten Gefühlswelt glaub ich hier einfach nicht.

    Warum der Film dann doch beim einmaligen Betrachten nicht zu einem Ärgernis für mich wurde, hat rein persönliche Gründe. Ich mag Alexander Siddig (Kampf der Titanen) einfach, seit er sich damals auf der Deep Space Nine als Doktor Bashir in die Herzen der Star Trek Fans gespielt hat. Ihn mal in einer echten Hauptrolle zu sehen, was selten der Fall ist, hat mich angenehm nostalgisch an früher erinnert. Vor allem in seiner Getriebenheit und seiner uneingeschränkten Liebe zu seiner Tochter, für die er sich selber sicherlich jederzeit opfern würde, hat er mich hier überzeugt.

    Weiters gibt es ein Wiedersehen mit dem hier leider etwas lustlos agierenden Oded Fehr (Resident Evil: Extinction) als den zwielichtigen Oberst Sayid und Joshua Jackson (Fringe - Grenzfälle des FBI) als Vertreter der kanadischen Botschaft, der gerade durch die Untreue zu seiner Ehefrau, zu einer echten Hilfe wird. Stark wie (fast) immer spielt Marisa Tomei (The Lincoln Lawyer - Der Mandant), deren Schmerz um ihre verlorene Liebe man ständig aus ihren Augen starren sieht, auch wenn der Rest ihres Gesichtes unter einer viel zu dicken Make-up Schicht begraben ist.

    Was am Ende bleibt ist also ein Film, der Actionfans langweilen und Dramafreunde auf Grund der fehlenden Tiefe unterfordern wird. Und Filmfans aller Genres an sich? Die werden halbwegs ordentlich unterhalten (immerhin ist alles schön gefilmt und der Schauplatz ist exotisch), haben aber dieses Erlebnis sicherlich schon beim Beginn des Abspannes wieder vergessen. Eine klare Empfehlung und somit wie der Titel schon sagt ein unausweichliches/unvermeidliches Abenteuer ist dies daher nur für Fans von Alexander Siddig.

    "Inescapable - Entführt in Damaskus" bekommt von mir 5/10 sich nicht entscheiden könnende und somit nur wirklich wenige Leute wirklich unterhaltende Empfehlungspunkte.

  • God of War: Ascension (Game-Review)

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    Ruppig geht es zu in Sonys neuem „God of War“ – gewohnt ruppig? Tatsächlich ist es so, dass die Serie immer schon eher wenig für Zartbesaitete konzipiert war, und nicht ohne Grund konnten unter-18-Jährige die früheren Ableger genauso wenig erwerben wie die Neuerscheinung. Dennoch hat „Ascension“ nochmals um einen Zahn zugelegt, was die Härte der Kämpfe angeht – und vor allem bei der Menge an sichtbarem Blutes! Das ist natürlich nichts Schlechtes, man muss es nur mögen. Dass die Story gewohnt monumental und archaisch ist, lässt die Heftigkeit als angemessen erscheinen. Denn wenn in der griechischen Götterwelt eine Auseinandersetzung ausgetragen wurde, kam der Verlierer ebenfalls nicht gerade glimpflich davon.

    A propos griechische Sagenwelt: Dass der Plot von „God of War: Ascension“ ein weiteres Mal in selbiger angesiedelt ist, dürfte klar sein. Dieses Mal kämpft Kratos gegen die Furien, die wirklich in all ihrer Schrecklichkeit dargestellt werden und insofern erst gar nicht irgendwelche Gedanken von mangelnder politischer Korrektheit aufkommen lassen (Stichwort Gewalt gegen Frauen). Im Vergleich zu früheren Teilen der Serie startet „Ascension“ ein bisschen zurückhaltender los, weil die drei Furien im Vergleich zu den bislang bekämpften Gottheiten nicht ganz mithalten können. Das Spiel holt dann aber auf und liefert getreulich genau die Kämpfe gegen riesengroße Hauptgegner, für die „God of War“ gekannt und geschätzt wird.

    Eine wesentliche Änderung seit „God of War 3“ ist, dass die Anzahl der Waffen auf den ersten Blick reduziert wurde. Bei genauerem Hinsehen ändert sich dieses Bild jedoch, und wer Kratos‘ Chaosklingen immer schon als dessen bestes Kampfutensil empfunden hat, wird die jetzige Umsetzung sogar für viel gelungener halten. Zwar nutzt Kratos mehr oder weniger exklusiv seine Klingen, doch im Laufe des Spiels erhalten selbige Zusatzfunktionen und halten so das Gameplay länger spannend. Die hinzukommenden Chaosklingen-Kräfte sind stilecht nach den wichtigsten griechischen Göttern geformt: Die Kraft des Meeresgottes Poseidon führt dazu, dass die Klingen Feinde einfrieren können („Eis des Poseidon“), Zeus sorgt für Blitze und Ares für Feuer. Hades verleiht den Chaosklingen die Fähigkeit, die Toten aufzuerwecken, um Kratos im Gefecht beizustehen.

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    Bei Grafik und Sound übertrifft „Ascension“ die Erwartungen sogar noch. Der Orchester-Score war immer schon umwerfend, genauso ist es auch dieses Mal. Überraschend in positiver Weise ist hingegen, dass das Spiel noch besser aussieht als gedacht. Man spürt förmlich, dass dieses „God of War“ das letzte Spiel der Serie sein wird, das noch auf der PS3 erscheint. Die Konsole ist nahe dem Ende ihrer Lebenszeit, was Big-Budget-Exklusivtitel angeht, und die Entwickler wissen mittlerweile genau, wie sie das Maximum an Leistung aus der Hardware herauskitzeln.

    Das schlägt sich in einer ziemlich umwerfenden Grafik wider, wobei die Filmclips zwar nicht im „echten“ Full-HD-Format vorliegen, aber auch in 720p sehr anständig aussehen. Die Art und Weise, wie schon die Animationssequenzen die Story inszenieren, ist packend, und auch wie sie unmittelbar ins Gameplay münden, weiß zu überzeugen. Freilich muss man zugeben, dass die Spielergemeinde mittlerweile Lust auf „noch mehr“ hat – schließlich wird die nächste Playstation Hardware („PS4“) für den Spätherbst erwartet. Spätestens dann wird es mit dem stets relativ drastischen Aliasing der aktuellen Sony-Konsole vorbei sein.

    Neu für die „God of War“-Serie ist der eingebaute Multiplayer-Modus. Hier dürften sich die Geister entzweien: Während „God of War“ für manche Gamer stets für klassische lineare Storylines gestanden hat, sodass sie um den Multiplayer lieber einen Bogen machen, werden andere Spieler den kostenlosen Bonus begrüßen. Um den Mehrspieler-Modus zu aktivieren, ist die Eingabe eines Codes erforderlich; wer den Titel gebraucht kauft, muss daran denken, im Playstation Store eine neue Aktivierung zu erstehen – außer natürlich, der Vorbesitzer zählt zur Gruppe derer, die den Multiplayer von „God of War“ nicht zu schätzen wussten.

    „God of War Ascension“ ist ein toller letzter Teil der Serie auf der PS3 geworden. Die Umsetzung und Erweiterung der Chaosklingen ist spitze, und die Grafik dürfte lässt sich auf dieser Konsolengeneration kaum noch toppen.

    Wir geben „God of War: Ascension“ 9,0 von 10 Punkten.

  • The Haunting in Connecticut 2: Ghosts of Georgia (Filmkritik)

    Lisa (Abigail Spencer) zieht zusammen mit ihrem Mann Andy (Chad Michael Murray) und ihrer Tochter Heidi, in ein altes Haus nach Georgia, um in der Abgeschiedenheit dieser Gegend etwas zur Ruhe kommen zu können. Lisa leidet seit sie denken kann an Geistererscheinungen und den damit verbundenen Visionen und bekämpft, diese als wäre es eine psychische Krankheit, mit Tabletten. Als Heidi eines Tages jedoch einen Mann namens Mister Gordy trifft, den offenbar nur sie sehen kann, muss sie sich der für sie unerfreulichen alternativen Herkunft ihrer "Gabe" stellen.

    Lisa´s Schwester Joyce (Katee Sackhoff), die sich mittlerweile im Wohnwagen neben dem Haus eingenistet hat, sieht auch Geister und ist sich sicher, dass dies eine Fähigkeit ist, die sie von ihrer Mutter geerbt haben. Die Entscheidung was nun geschehen soll muss in jedem Fall schnell fallen, denn Mister Gordy informiert Heidi über schreckliche Dinge, die in diesem Haus passiert sind und warnt sie, dass das Grauen von damals bald wieder zurückkehren wird.

    The Haunting in Connecticut 2:  Ghosts of Georgia

    Runde zwei der Geistergeschichte, die zumindest lose an wahre Begebenheiten gebunden ist. Nach "The Haunting in Connecticut" spukt es nun also in Georgia. Dass die beiden Filme außer dem Namen und dem Genre nichts gemeinsam haben ist schon durch den eigentlich in sich witzigen Filmtitel klar, da Connecticut ja nicht wirklich in der Nähe von Georgia liegt. Aber egal, auch wenn viele den ersten Teil nicht gut fanden (ich wurde positiv überrascht), kann man anscheinend mit dessen Namen doch auch Seher anlocken.

    Tom Elkins, der Editor vom ersten Teil und zuletzt von "Apparition", liefert hiermit sein nicht gerade mutiges Regiedebut ab. Warum? Nun: die Handlung, die Effekte, die Darsteller, die erwartungsgemäße Spannungskurve, alles läuft hier genau so ab, wie man es als Genrefan schon oft in anderen Filmen gesehen hat. Zugegeben, dass es hier keine Überraschungen gibt und der Grusel an sich höchstens meine Oma (die schon verstorben ist, also dann eben ihren Geist) erschrecken könnte, liegt für mich rein am sehr beliebigen Drehbuch.

    Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich den Einsatz aller anderen Beteiligten hier nicht zu würdigen weiß. Als überlange "Outer Limits" oder "Twilight Zone" Folge funktioniert dieses Geisterdrama bei erstmaliger Sichtung nämlich ganz gut. Die Gabe Geister sehen zu können als Fluch zu sehen, am Ende aber - um die Tochter zu retten - über sich hinauswachsen zu müssen um sich der Verantwortung zu stellen, ist nicht neu aber berührt durchaus auf emotionaler Ebene.

    Überhaupt lebt die Story von der Familie, deren Verhältnis zueinander und natürlich den passenden Performances der Schauspieler. Die zweifelnde, überforderte aber das Richtige tun wollende Mutter, der verständnisvolle, nach einer für alle passenden Lösung suchende Vater, die entdeckungsfreudige, sich missverstanden fühlende Tochter und schließlich die Tante, die zu ihren Fähigkeiten steht und trotzdem ständig falsche Entscheidungen trifft, sie alle hat man schon nach kurzer Zeit gerne und wünscht ihnen, dass sie als Familie ihren Frieden finden.

    Durch die ersten Erscheinungen vor der Tochter, kommt es dann zur Eskalation. Sowohl innerhalb der Familie auf psychischer Ebene, als auch in der Geisterwelt, wo ein in den Geschichtsbüchern als positiv erwähnter Mann, doch nicht so ein netter Kerl war und nun nach seinem grausamen Ende vor vielen Jahren, auch weiterhin noch für Angst und Schrecken sorgen will. Die Geister rund um den guten Mister Gordy sind von der Atmosphäre her gut getrickst, jedoch das Finale mit dem Bösewicht bzw. dessen Vernichtung, sieht dann doch ein wenig zu sehr nach CGI aus. Vom Gewaltfaktor bleibt alles relativ harmlos bis auf eine wirklich gemeine Szene, die einige Nadeln beinhaltet, die ist echt fies geraten.

    Die Darsteller sind durch die Bank überzeugend, vor allem Katee Sackhoff (Battlestar Galactica) als überdrehte Frohnatur mit schlechtem Männergeschmack weiß zu gefallen. Zwischen Abigail Spencer (Cowboys and Aliens) Chad Michael Murray (One Tree Hill) stimmt die Chemie, sie passen in die fürsorglichen Elternrollen und die kleine Emily Alyn Lind entdeckt mit großen Augen gemeinsam mit dem Zuschauer die Welt der Gruselgestalten.

    Harmlos, nett, mit starker Stimmung, gut aufgelegten Schauspielern und einer für den Film fast zu fies geratene Szene kommt dieser Film also daher. Gut für zwischendurch, klar schwächer weil weniger mitreissend als Teil, wohl am Besten als solides Handwerk beschrieben. Als nächstes soll angeblich "The Haunting in New York" folgen, es bleibt daher mehr oder weniger spannend.

    The Haunting in Connecticut 2: Ghosts of Georgia bekommt von mir 6/10 beim persönlichen Drama noch mehr als auf der Geisterebene überzeugende Empfehlungspunkte.

  • Warm Bodies (Filmkritik)

    Nach einer "Zombie-Apokalypse" hat sich der Großteil der Weltbevölkerung in Menschenfleisch fressende Untote verwandelt. R (Nicholas Hoult) ist einer von ihnen und wie die meisten seiner Artgenossen, fristet er sein schlürfendes Dasein auf einem verlassenen Flughafengelände. Eines Tages starten ein paar Zombies vom Hunger getrieben wieder mal die Suche nach lebenden Menschen. Sie werden dabei in der Form von ein paar Jugendlichen auch schnell fündig, doch als R die wild um sich schiessende Julie (Teresa Palmer) sieht, fühlt er etwas in seinem eigentlich nicht mehr schlagenden Herz.

    Er rettet sie und nach anfänglichen Annäherungsschwierigkeiten, treten die beiden gemeinsam die Reise zur letzten Menschensiedlung an. Da die anderen Zombies langsam aber sicher auch eine Veränderung durchlaufen, stellen diese kein Problem dar, doch sowohl die Bonies, Skelett-artige Wesen, die zu lange ein "Leben" als Zombies geführt haben als auch Julies Vater General Grigio (John Malkovich), der Anführer der Menschen, haben aus unterschiedlichen Gründen etwas dagegen, R´s immer weiter fortschreitende Menschlichkeit zu akzeptieren.

    Warm Bodies

    "Warm Bodies" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans des amerikanischen Autors Isaac Marion. Neben der als E-Book erhältlichen Vorgeschichte namens "The New Hunger" hat Marion angekündigt, derzeit auch an einer Fortsetzung zu arbeiten. Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Levine (50/50) hat sich nun die Story geschnappt und das seltene/seltsame Erlebnis einer Zombie-Romanze auf die Leinwand gezaubert.

    Gleich mal vorweg ein paar Dinge. "Warm Bodies" ist sicherlich kein Film für Leute, die bei Zombies in eine eindeutige Richtung denken (es sind immerhin Zombies, also nix mit denken, oder so). Der Horroranteil ist ziemlich gering, genau wie die spannend gemachten, aber recht kurzen Actionsequenzen. Wer nun aber Angst hat, dass nach den Vampiren (Twilight) nun auch noch die Untoten zu glitzernden und liebestollen Lachnummern mutieren, den kann ich hiermit uneingeschränkt beruhigen.

    Die Zombies sind hier ja nur ein Metapher für das Absterben der Menschlichkeit in der modernen Welt, was besondern dann klar wird, wenn man die ersten Reaktionen der unterschiedlichen Beteiligten auf R´s Veränderungen beobachtet. Die Bonies wollen das nicht akzeptieren und werden brutal, die Menschen, aggressiv wie immer, stellen das Negative ihrer Feinde über alles und die übrigen Zombies bleiben zunächst (von ihrem Hunger mal abgesehen) gleichgültig und uninteressiert. Somit sind Teilnahmslosigkeit, Zynismus und das klammerhafte Festhalten am Ist-Zustand als größte Feinde der Menschheit/Menschlichkeit zu erkennen.

    Abgesehen von dieser eher nachdenklich stimmenden Botschaft, machen diese zunehmend wärmeren Körper aber einfach Spaß. "And the Zombie-Oscar goes to: Nicholas Hoult"! Noch nie hab ich einen Schauspieler gesehen, der als Untoter so sympathisch und liebenswert und abstossend (was aber gegen Ende hin ganz verschwindet) zugleich war. Seine Blicke sprechen Bände, seine Bewegungen sind herrlich unbedarft und seine geistreich/lakonischen inneren Monolog-Sequenzen, regen fast zum ständigen Schmunzeln an.

    Sogar diverse Gehirnverkostungen verzeiht man ihm da, immerhin kann er zunächst gar nicht anders und die Veränderung eines Menschen (egal ob untot oder lebendig), findet eben nicht von heute auf morgen statt. Spätestens wenn er sein altes Ich hinter sich lassen will und ja nicht gruselig erscheinen möchte um seiner Herzensdame zu gefallen, dann muss man ihn einfach gerne haben.

    Teresa Palmer (Ich bin Nummer Vier) funktioniert als Love-Interest dabei sehr gut, immerhin weicht ihre anfängliche Furcht schnell einer natürlich wirkenden Verspieltheit und dem starken Wunsch, etwas verändern zu wollen. Außerdem passt die Chemie zwischen ihr und Holt. Rob Corddry (Operation: Endgame) als M, R´s bester Zombie-Freund, sorgt für ein paar skurrile Szenen und es ist immer schön John Malkovich (R.E.D.) zu sehen, auch wenn er als Untote hassender General, nicht wirklich gefordert wird, was seine Performance aber keineswegs lustlos erscheinen lässt.

    Der doch ziemlich einzigartige Mix stimmt hier einfach und auch wenn ich gerne noch mehr Action gesehen hätte, weil sie einfach echt gut inszeniert wirkte, ist dieser Film eindeutig ein Highlight gleich mehrerer Genres, obwohl er sich für keines ganz eindeutig entscheidet. Was den Comedyfaktor auch noch mal gehörig antreibt, ist übrigens der gezielte Einsatz von 80er Jahre Hits, der Soundtrack ist hier daher aus nostalgischer Sicht auch keineswegs zu verachten.

    Ich kann also nur empfehlen: Seht Nicholas Hoult (X-Men: Erste Entscheidung) zu, wie er alle für sich gewinnen kann, lauscht seinen erheiternden Gedanken und beobachtet eine wachsende Liebe, bei der euch nicht gleich von dem Kitschüberfluss schlecht wird. Einfach wieder mal ein bißchen Leben ist angesagt, tot bzw. untot können wir morgen immer noch sein.

    "Warm Bodies" bekommt von mir 8,5/10 das Leben feiernde Empfehlungspunkte.

  • Best Of Worst Case: Die Saat des Bösen (Filmkritik)

    ´Die Umweltaktivistin Kate (Luisa D'Oliveira, "Cracked" oder "Super Twister") will beweisen, dass in einer alten Mine gefährlicher, chemischer Müll entsorgt wird. Bei einer Beschattung werden sie und ihr Freund Joe allerdings Zeuge eines Attentats - ein Mann wird bei einer "Geldübergabe" erschossen und ihm fällt etwas aus der Hand. Ein Samenkorn. Und dieses Samenkorn beginnt zu wachsen und zu wachsen und zu wachsen - und alles in seinem Weg zu zerstören.

    Nur die Wissenschafterin Jocelyn (Stefanie von Pfetten, "Cracked"), begleitet vom Top-Agenten Jack (Adrian Pasdar, spricht in der neuen Avengers Serie als "Tony Stark/Iron Man"), kann mit ihrem Mentor Frame Licht in die Sache bringen - das Samenkorn war ein Teil der "Samen von Eden", wirkliche Pflanzen aus dem biblischen Garten Eden. Da die Welt verdorben ist, beginnt die Pflanze alles in ihrem Weg zu vernichten. Und wie soll man sie aufhalten?

    Ja, die Inhaltsangabe macht schon mal so richtig klar, was hier los ist, oder? Hier wird eine Pflanze mit Raketen beschossen und Autos in Abgründe gerissen und überhaupt sehr, sehr viel kaputt gemacht. Das wirklich coole daran ist ja die Tatsache, dass der Bösewicht im Film tatsächlich eine PFLANZE ist. Und jetzt haltet euch fest: Eine MISSVERSTANDENE Pflanze. Denn das arme Ding kann ja gar nichts dafür, dass es in einen unwürdigen, verdorbenen Boden eingepflanzt wurde. Das muss einem erst einmal einfallen.

    Ich finde es genial. Genauso genial wie ich die Schauspielerriege finde, die mit vollem Ernst bei der Sache ist und sich im Making of gegenseitig Komplimente zuwirft. Vor allem Luisa D'Oliveira ist da wirklich nett anzusehen, da sie immer leicht errötet und peinlich berührt ist, wenn sie etwas Nettes über männliche Kollegen sagt.

    Zurück zum Film: Der ist super. Ganz einfach. Ich meine, es gibt die wirklich üblichen Zutaten, wie schlechte Effekte, dumme Dialoge und Storywendungen, die so an den Haaren herbeigezogen sind, dass man sich fragt, warum die überhaupt noch Haare hat - aber es funktioniert. Auf einem Level, dass nichts mit Hirn oder Logik zu tun hat, macht der Film verdammt viel Spaß. Das liegt jetzt noch nicht mal daran, dass er so schlecht ist, dass er schon wieder gut ist, sondern wirklich daran, dass man allen Beteiligten anmerkt, wie viel Spaß sie bei der Sache haben.

    James Morrison als alternder Wissenschaftler ist ohnehin eine Klasse für sich (mir ist erst aufgefallen, wie cool der einen Dialekt im Film nutzt, als ich ihn im "Making Of" normal reden hörte), Adrian Pasdar hat sichtlich Übung und Freude dran, den harten und coolen Agenten zu spielen, der dann auch ein paar Leute niederknallen darf (die von der Logik des Films genau genommen alle UNSCHULDIG sind, aber darum geht es ja nicht). Stefanie von Pfetten ist als Wissenschafterin glaubwürdig und Luisa D'Oliveira ist einfach nur nett und lieb und es ist immer eine Freude, sie auf dem Bildschirm zu haben. Sidekick Jesse Moss hat nicht wenig zu tun und auch er hat sichtlich Freude dabei.
    Beste Szene: Die Überquerung des Zaunes. Mehr sage ich nicht. Ein dramaturgischer Höhepunkt (sicher ...) und absolut witzig.

    Mike Muldoon hat gemeinsam mit dem Regisseur Paul Ziller das Drehbuch verfasst und das es sein erste Drehbuch ist, merkt man dem Film per se nicht an - da gab es schon weit schlechtere Drehbücher von weit erfahreneren Autoren. Auch Paul Ziller macht in der Regie nicht viel falsch, was mich aber auch nicht großartig wunder, schließlich ist der Mann den Trash-Fans ja ein Begriff, hat er doch Filme wie den großartigen "Sea Beast" oder "space Transformers", "Ice Quake" oder "Yeti" auf den Schirm gebracht. Alles Trash-Movies mit einer großen Gemeinsamkeit: Sie sind absolut unterhaltsam.

    Für Trashfreunde ist "The Terror Beneath" eine absolute Empfehlung, allerdings muss ich die Gore-Fans unter euch warnen - der Film hier hat keinen Gore-Anteil. Das ist ein blutfreier Kinderfilm - erwartet euch also diesbezüglich nichts - was soll ich sagen? Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben.

    "The Terror Beneath" oder "Saat des Bösen" bekommt von mir 8,5 von 10 nach dem Garten Eden suchende und dabei fast die Welt vernichtende Punkte

  • The Package (Filmkritik)

    Tommy (Steve Austin) verdient sein Geld damit, für den Verbrecherboss Big Doug Geld einzutreiben. Dies tut er nicht nur wegen der guten Bezahlung, sondern weil er die Schuld seines kleinen Bruders Eddie (Lochlyn Munro), der Doug bestohlen hat, wieder rein waschen will. Eines Tages bietet sich für Tommy die Gelegenheit, die Sache mit seinem Bruder ein für allemal aus der Welt zu schaffen.

    Ein weiteres großes Tier in der Unterwelt - The German (Dolph Lundgren) - erwartet ein wichtiges Paket und Tommy soll es ihm überliefern. Klingt nach einem einfachen Auftrag, doch schon bald jagen ihn bewaffnete Söldner, die unbedingt an das anscheinend wertvolle Paket herankommen wollen. Kann Tommy überleben, seine Post abliefern und seinen Bruder retten, ohne dabei selber sein Leben zu verlieren?

    The Package

    Regisseur Jesse V. Johnson (Alien Agent) hat jahrelange Erfahrung in der Filmbranche als Stuntman sammeln können, zuletzt bei Blockbustern wie etwa "The Amazing Spiderman", "Mission Impossible 4" oder "Thor". Aber auch bei der Regie hat er bis jetzt bei bereits zehn Filmen seine Fähigkeiten weiter verbessert. Sympathisch ist gerade bei seinem neuesten Werk die Tatsache, dass ein paar seiner Stunt-Kollegen, Steve Austin das Leben als Bösewichter schwer machen dürfen.

    Was mich zum Hauptproblem dieses Filmes bzw. der Art und Weise bringt, wie man ihn anzusehen hat. Wenn Exwrestler Austin (Damage) sämtliche Gegner mit seinen eher langsamen Faustschlägen und Tritten ausschaltet und diese deutlich sichtbar über verschiedenste Martial Arts Fähigkeiten verfügen, dann ist dies schon etwas lächerlich. Darum: einfach Austin als Fels in der Brandung ansehen, den nichts umhaut, da müssen ja seine armen Feinde irgendwann mal müde werden.

    Nun aber gleich weiter zum Highlight dieses Filmes und das ist, wie eigentlich in allen seinen letzten Filmen, Dolph Lundgren (The Expendables 2). Wenn er als kranker (nicht nur aus geistiger Sicht) Killer neben seinem verblutenden Opfer steht, sich völlig entspannt einen Vitaminshake vorbereitet und seinem Gegenüber dann auch noch seelenruhig erklärt, was alles für wichtige Bestandteile sich in einer Mango befinden, dann ist diese Szene ein echter Hingucker.

    Dolph wandelt somit den Wahnsinn seiner letzten Rollen durchaus ab, wirkt weniger manisch als in "Universal Soldier: Day of Reckoning" und nicht so aufgedreht wie in "One in the Chamber". Überhaupt "spielt" er wirklich, sogar seine Art sich eine Orange zu schälen, hat irgendwie was bedrohliches. Da er aber auch nicht mehr der Jüngste ist, ist vor allem bei dem Endkampf mit Austin doch sehr deutlich zu sehen, dass er teilweise durch einen jüngeren Stuntman ersetzt wurde. Echt schade, denn das reißt den Zuschauer aus dem Geschehen und passt nicht zum Rest seiner unterhaltsamen Performance.

    Ansonsten gibt es die genretypisch nichtexistente Handlung, Schießereien mit riesigen Kanonen, die oben bereits erwähnten Kämpfe mit dem Prädikat "von unfreiwillig komisch bis echt stylish ist alles dabei" versehen und ein paar ziemlich coole Sprüche von Austin und Lundgren, um für die notwendigen Lacher zu sorgen. Die musikalische Untermalung drängt sich manchmal zu effekthascherisch in den Vordergrund, aber grundsätzlich gibt es von der technischen Seite her keine klaren Mängel zu beanstanden.

    In Nebenrollen schauen William B. Davis (The Tall Man) als Arzt, Lochlyn Munroe (Schwerter des Königs: Zwei Welten) als Bruder des Helden und der wie immer grantig dreinschauende, kampferprobte Darren Shahlavi (Schwermetall Chroniken) als Söldner vorbei, doch richtig auf ihre Kosten kommen hier vor allem Fans von unserem zweitliebsten (nach The Rock) Exwrestler und unserem Lieblingsschweden und natürlich Freunde der gepflegten B-Movie Actionunterhaltung.

    "The Package" bekommt von mir 6/10 kernige Sprüche mit schnellen Fäusten von harten Jungs serviert bekommene Empfehlungspunkte.

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